VERGINA

GRÄBER DER MAKEDONISCHEN DYNASTIE

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Bunte Wiesenblumen beim antiken Grabtumulus von Vergina

Ein Monument, das zum UNESCO-Welterbe zählt und Makedonien, eine Region von ganz spezieller, natürlicher Schönheit

Sie befinden sich in Makedonien, in Nordgriechenland. Die erste Hauptstadt des Königreichs von Makedonien war der antike Schauplatz von Aigai, dessen Namen die sonderliche Bedeutung “Ziege” hat. Die Stadt liegt im südwestlichen Teil von Makedonien in den Vorläufern des Bergs Pieria. Obwohl es viele freistehende Ruinen gibt, sollten Sie sich unbedingt auch das unterirdische Vergina-Museum und die Grabstätten der makedonischen Dynastie anschauen.

Über Hügelgräber gelangen Sie zu einem dunklen Korridor, lassen das Tageslicht hinter sich, um dann auf eine offene, runde Fläche zu stoßen. Hier liegen einige der wichtigsten archäologischen Funde aus dem antikem Griechenland, die jemals entdeckt wurden, wunderbarer hell ausgeleuchtet aus. Besichigen Sie sie und entdecken Sie ihre Geheimnisse.

Man kann sich in etwa vorstellen, wie sich der Archäologe Manolis Andronikos gefühlt haben muss, als er die Schätze mit dem golden Stern von Makedonien zu Tage förderte und realisierte, dass er auf das ungeplünderte Grab Philipp II., dem Vater Alexander des Großen gestoßen war. Im Jahre 1997 wurde über dem Grab und den Entdeckungen von unschätzbarem Wert eine Abdeckung errichtet, um sie vor den Naturgewalten zu schützen. Die Stätte birgt eine der erstaunlichsten archäologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts in Europa.

Besichtigen Sie in Vergina

Das Grab Philipp II. In Vergina
Manolis Andronikos’ Entdeckung der Grabstätte des Makedonischen Königs Philipp II. und Alexander IV. im Jahre 1977 rüttelte die archäologische Szene und die Öffentlichkeit auf. Philipps Grab ist mit zwei Zimmern relativ groß. Die Fassade ähnelt einem dorischen Tempel mit zwei Säulen, Reliefe sind mit Fresken und Metopen graviert. Der Raum verbarg die berühmten goldenen Sarkophage, in denen die Knochen des verstorbenen Königs über zwei Jahrtausende intakt geblieben sind.

Das Ehrfurcht einflößende Museum der Königlichen Gräber
Der große Grabhügel, der den Kreis mit den Gräbern bedeckte, wurde rekonstruiert um einen Eindruck von dem antiken Grabmal zu geben. Die unterirdische, muschelartige Konstruktion hält eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit, so dass die unschätzbaren Entdeckungen vor Witterung geschützt sind. Abgesehen von den königlichen Grabstätten gibt es hier im archäologischem Museum von Viginia, brillante Fresken, die die Entführung der Persephone und die königliche Jagd abbilden. Dabei handelt es sich auch um die einzigen Beispiele großer Künstler der hellenischen Periode, die erhalten geblieben sind.

In dem verdunkelten Raum lösen die wunderschön beleuchteten, antiken Objekte eine Vielfalt an Emotionen aus: die Ehrfurcht vor dem Tod, aber auch Staunen vor dem unglaublichen, königlichen Ansehen. Die modernen Entdecker waren so inspiriert, dass sie diese magische Stätte für die unschätzbaren Ausstellungsstücke entwarfen.


Bilder von Vergina

Der goldene Sarkophag und der Kranz aus Eichenblättern
Eines der wichtigsten Ausstellungsstücke des Museums und ganz Griechenlands ist der goldene Sarkophag, in dem die Knochen des toten Königs aufbewahrt wurden. Er wiegt 11 kg. Der Deckel ist mit der makedonischen Sonne oder Stern und seitlich mit Blumenmotiven und Rosetten verziert. Der goldene Kranz ist die wertvollste Krone aus der Antike. Er besteht aus 131 Eichenblättern und 68 Eicheln, die mit unglaublichem Geschick durch einen  meisterhaften Kunsthandwerker miteinander verbunden wurden. 

Das Grab des Prinzen
Im letzten Teil des Museums liegt die Grabstätte III, wo die Überreste von Alexander IV., des Sohns von Alexander dem Großen und Roxane, liegen. 310 v. Chr. wurde er von Kassander ermordet. In der Mitte befindet sich eine silberne Urne mit den eingeäscherten Knochen des jungen Prinzen, die mit exquisiten Elfenbein-Reliefs umgeben ist, die die Bahre schmücken.

Der Geburtsort des Königs von Makedonien
Aigai, die Heimat der makedonischen Könige, war das Herzstück der Temeniden. Die Dynastie herrschte über Makedonien über vier Jahrhunderte hinweg und brachte Philipp II. und seinen Sohn Alexander, den Großen hervor. Die antike Stadt bestand aus Außenmauern, einem Turm mit einem Eingangstor, dem Palast, einem Theater, der agora (Marktplatz) mit einem Eukleia gewidmeten Schrein, die Heiligenstätte der Cybele, der Mutter der Götter, öffentlichen Gebäuden und Wohnhäusern. Die archäologische Stätte liegt in der Nähe der Grabstätte von Vergina und zählt zum UNESCO-Welterbe in einer Region von ganz besonderer Naturschönheit.

Versteckte Juwelen in Vergina

Das Grab der Persephone
Für den Bau des Grabes der Persephone durch fachkundige Maurer wurden große Kalksteinblöcke verwendet. Diese Grabstätte ist eines der größten Denkmäler seiner Art und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Gegend. Die wenigen Keramikstücke, die in seinem Innern gefunden wurden, weisen darauf hin, dass sie aus dem Jahre 350 v. Chr. stammen. Das Grab gehörte einer jungen Frau um die 25 Jahre, die bei einer Geburt ums Leben kam und mit ihrem Neugeborenen hier begraben wurde.

Der Palast in Aigai: eines der wichtigsten Gebäude des klassischen Griechenland
Direkt unter den Hügeln, die von der Akropolis der Aigai gekrönt werden, dominieren die beeindruckenden Ruinen des königlichen Palastes auf einer Erhebung. Eine ehrwürdige Eiche steht inmitten der Stätte. Die aufwändige Dekoration fügt sich in das herrschaftliche Bild der berühmten Dynastie.

Die Vergina-Sonne
Entdecken Sie den mystischen Symbolismus in den Strahlen der Vergina-Sonne, die auf der goldenen Larnax am Grab von Philip II und anderen Familienmitglieder von Alexander dem Großen abgebildet ist. Die Sonne hat 16 Strahlen, vier repräsentieren die Elemente – Erde, Luft, Feuer und Wasser – und die anderen zwölf stehen für die zwölf olympischen Götter.

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