SIFNOS

EINE KOSMOPOLITISCHE INSEL MIT FESTEN TRADITIONEN

SIFNOS

EINE KOSMOPOLITISCHE INSEL MIT FESTEN TRADITIONEN

Fest, Sifnos: Glockenturm
Sifnos: Kichererbseneintopf

Außer dem Kykladencharme, der wunderschönen Natur und den historischen Denkmälern hat  Sifnos noch einen weiteren Vorteil, möglicherweise der wichtigste. Die Fähigkeit, alle gegensätzlichen  Elemente, die im Laufe der Zeit ihren Platz auf der Insel gefunden haben, zu verbinden. Aus ihnen ergibt sich ein neues  Bild: Ihr Profil ist das einer kosmopolitischen Insel. Sie schafft es aber perfekt, die Gegenwart mit der Vergangenheit,  den Bräuchen und Traditionen zu verbinden. Auf diese Weise stehen spärliche Häuser und venezianischen Loggias mit Zimmern direkt an den Gärten  Seite an Seite neben reich verzierten, neoklassischen Häusern und Boutique-Hotels. Genauso haben auch  Jung und Alt, Einheimische und Urlauber bei religiösen Festen in den Kapellen der Insel zusammen Spaß.

Möglichkeiten für diese Feste  sind reichlich vorhanden:  Auf der 77 km² großen Fläche von Sifnos gibt es 235 Kapellen  und ebenso viele Gründe zu feiern, da der Namenstag jedes Heiligen gefeiert wird, um diesen zu ehren. Sifnos hat sogar ein Korps von Freiwilligen, die solche Feste organisieren, die „Panigyrades“ (Festleute). Sie kümmern sich um die leuchtend weiße Farbe und um die Dekoration der Kirche,  sammeln die nötigen  Spenden, finden Musiker und kümmern sich um das Kochen. Ein Panigyras hat die die Ehre, die Heilige Ikone zu beschützen, die er oder sie für ein ganzes Jahr zu Hause aufbewahrt, bevor er sie der Kirche am  Tag des Festes zurückbringt.

Am Tag des Heiligen gibt es mehrere Rituale, die Rückkehr der Heiligen Ikone, das Singen während der Vesper von allen  Teilnehmern in frommer Atmosphäre, gefolgt vom „trapeza agapes“ (Tisch der Liebe) ,ein gemeinsames Essen zu Ehren des Heiligen. Das Essen mit lokalen Spezialitäten wird mit Live-Musik, darunter eine Violine und eine Laute, die auch als „takimi“ bekannt ist,  improvisierten Vierzeilern, Tanz und allgemeiner Heiterkeit begleitet.

Der Fähigkeit der Inselbewohner, Dinge zu verbinden zeigt sich auch in der Küche der Insel, da die sifnotischen Traditionen der Antike bis heute in den typischen Gerichten überlebt haben. Die historisch geformten Tontöpfe verbinden zwei Traditionen, Gastronomie und Keramikproduktion. Beide spielen eine zentrale Rolle in der religiösen Tradition der Feste. 

Sifnos: Priest

Beim „Trapeza agapes“, der nach der Liturgie stattfindet, geben Freiwillige die traditionelle Kichererbsensuppe (revythada) von Sifnos aus, die bei schwachem Feuer in einem bedecktem Tontopf (skepastaria) gekocht wurde. Außerdem gibt es  Lamm in roter Soße (Arnaki Kokkinisto) mit Nudeln oder Kartoffeln, Salate und viele lokale Wein. All diese Speisen werden auf der erhöhten Feuerstelle der örtlichen Kirche, die „panostria“ genannt wird, zubereitet. Essen und Wein nehmen kein Ende, bis alle Anwesenden gekostet haben. Sie wiederum geben ihre Glückwünsche den Organisatoren („Na Zissi o panigyras" –  Lang lebe der Panigyras). Zu guter Letzt wird getanzt. Ein Fest, das bis in die Morgenstunden dauern kann.

Eine gemeinsame Mahlzeit und die Teilnahme an den Feierlichkeiten eines Panigyri ist ein Muss, um die Insel kennenzulernen. Einige der bekanntesten Feste sind die folgenden:

• Panagia Chryssopigi (Jungfrau der Goldenen Quelle), ein Fest, das im Mai oder Juni stattfindet, abhängig von Christi Himmelfahrt. Die Feierlichkeiten dauern drei Tage, um die Beschützerin  der Insel zu ehren

• Profitis Elias (Prophet Elias), am 19. Juli feiern ihn in viele Kirchen auf der Insel, die bekannteste davon ist Ai-Nilias o Apsilos (Heiliger Elia, der Hohe). Die Kirche wurde nach griechischem Brauch auf der Bergspitze gebaut.

• Ai-Yiannis (Heiliger Johannes) wird am 28. August in den Städten Choni, Mavro Chorio und Siderou gefeiert und mit einem morgendlichen Mahl in Faros

• Agios Symeon (Heiliger Simon) am 31. August, auf dem Berg mit Blick auf Kamares und am Pantokrator (der Allmächtige) an der Straße nach Platys Gialos

• Taxiarchis (Erzengel) am 5. September in Vathy

• Ai-Sostis (Heiliger Sostis) am 6. September in den Metalleia (Minen)